… ist vor allem eine lange Geschichte.
Erst sollte festgehalten werden, dass ich bis ins Alter von 22 Jahren unglaubliche Angst vor Hunden hatte und sie generell nicht mochte. Sie sind groß, laut, sabbern, stinken usw. Aber vor allem hatte ich immer Angst, ein Hund könnte mir was tun.
Als Kind hatte mich der Nachbarshund mal zu freundlich begrüßt, sprang an mir hoch und kratzte mich dabei ein bisschen am Bein. Hilfe, hilfe, großer Schockmoment. So ein Kratzer, da kann auch mal schnell das ganze Bein abfallen.
Ich sah mich immer mehr als der Katzentyp. Und hier sei nochmal gesagt, dass ich denke, dass Menschen sich in die Schubladen Katzentyp oder Hundetyp einordnen lassen. Es gibt natürlich noch diese komischen Individuen, die einfach alle Tiere mögen, aber häufig stellt man zwischen Katzenbesitzern und Hundebesitzern eine unüberwindbare Kluft fest. Woran das liegt, ka.
Ich sah mich also immer als Katzentyp. Leise, selbständig und vom Geruch her eher unauffällig, im Vergleich zum Hund.
Tja, dann lernte ich meine jetzige Partnerin kennen und erfuhr auch recht bald von Oscar, einem stattlichen Bernersennen von zehn Jahren. Kurz gesagt, Oscar machte es leicht, ihn vom Fleck weg ins Herz zu schließen. Er war treu, liebevoll, verschmust, aber auch unglaublich mutig und wachsam.
Aber Oscar war auch eins, ein Schlitzohr. Ich ließ mich häufig von seiner aufgesetzten Trägheit täuschen. Und kaum waren wir unterwegs – schwupps – hatte er irgendwo ein weggeworfenes Brötchen gefunden und im Mund. Ganz toll war es, als die Müllabfuhr streikte. Aus dem Haufen hat Oscar zehn Tage lang immer wieder das selbe halb vergammelte Pizzabrötchen gefischt. Ich könnte noch stundenlang weiter beschreiben, was diesen Hund so besonders gemacht hat, aber ich fasse es einfach mal zusammen: Oscar war einfach unglaublich cool. Leider musste Oscar diesen Sommer den letzten Gang antreten. Im stolzen Alter von 14 Jahren. Für einen großen Hund ein erstaunlich langes Leben. Und dennoch, er fehlt mir, obwohl ich ihn nichtmal von Beginn an kannte. Er fehlt mir einfach.
Da Oscar auf seine alten Tage im Haus der Eltern meiner Freundin lebte, legten wir uns einen Hund zu. Der Zufall ergab, dass es wieder ein Bernersenne wurde. General entwickelt sich prächtig. Der Witz ist: Ich als damaliger Hundefürchter wollte ihn unbedingt. Und je größer, desto besser. Ich hätte auch gern sofort noch eine Bernhardiner-Hündin dazu, aber dafür ist die Wohnung, trotz Garten, zu klein. Aber nicht, dass jemand denkt, General wäre der Ersatzhund, das ist er nicht. Ihn großzuziehen ist wirklich fordernd. Er gibt auch viel zurück, aber es ist anstrengend. Ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass er sich friedlich verhält, wenn er allein ist, da strauchle ich noch ein wenig. Aber das wird schon.
Also, ich bin Hundetyp. Ob Freund, Wachhund, Tröster, Spielkamerad, Faulenzer – Hunde sind toll. Und es gibt wenige Dinge, die so beruhigend sind, wie ein Hund, der genüsslich brummt im Schlaf.
Und dann hat sich herausgestellt, dass ich auf Katzenhaare allergisch bin.
tbc.