Mai 21 2010

Neues Projekt

SRB

Ja, so schnell kann’s gehen. Gater(AT) ist noch nichteinmal erschienen, hat noch keinen offiziellen Titel usw, aber ich habe bereits den nächsten Roman in trockenen Tüchern.
Verraten wird aber noch gaaaaaar nix.
Da Gater(AT) auch voraussichtlich erst im Frühjahr 2011 erscheint, sprechen wir bei dem neuen Roman also frühestens über Herbst 2011. Das gibt mir aber ein sehr komfortables Polster, um das Buch zu schreiben.

Warum dann diesen Blog-Post? Willst’e mal wieder nur rumposen und angeben, fragt ihr euch jetzt? – Nein, aber da es in letzter Zeit hier recht still war, wollte ich mal zeigen, dass ich noch lebe und arbeite.

Parallel dazu habe ich auch noch ein paar neue Konzepte, die ich verfolge. Auch schwirrt mir ganz aktuell eine Idee im Kopf herum, die man evtl. auch zur Trilogie ausbauen könnte. Und sie würde gleich zwei ganz große Leidenschaften von mir verbinden: Fantasy und *zensiert im Namen des Ideenschutzes*.
Manchmal ist es echt ärgerlich, dass man so wenig über unveröffentlichte Ideen sprechen kann/sollte. Aber je weniger ich darüber rede, desto mehr arbeite ich daran ;)

Diesen Samstag werde ich im Dark Flower in Leipzig sein, da dort gleich fünf Kollegen lesen, von denen ich erst drei kenne. Diesen Zustand werde ich mal ändern (klingt schon fast wie ‘ne Drohung *g*). Und fünf Lesungen werden sicherlich unterhaltsam. 17 Uhr, solltet ihr euch merken.


Dez 1 2009

Meine kleine Deutschunterricht-Hölle

SRB

So, hier kommt ein weiterer Schwank aus meiner Jugend. Ist ja auch schon zehn Jahre her. Abitur in Baden-Württemberg ist eine helle Freude, wenn es um die Literaturthemen des Deutschunterrichts geht. Da haben wir Brechts Galilei, den ich wirklich mag. Gute Geschichte, gutes Buch. Und dann gibt es da Bücher … ich glaube, mit denen will man heranwachsende Männer einfach nur quälen.
Mein persönlicher Antichrist der Pflichtlektüre ist “Gestern war heute” von Ingeborg Drewitz. Kurz: Ich hab’s gehasst. Ich fand’s unendlich langweilig und es steht für mein Martyrium in der Oberstufe, durch das ich ging.

Dabei fing alles so gut an: 11. Klasse, toller Lehrer, tolle Themen (Schillers Räuber, Homo Faber, Brechts Galilei – aber auch kreatives Schreiben. wirklich offene Diskussionen und der Lehrer hat wirklich eigene Interpretationen zugelassen) und ich entdecke endlich wieder die Lust am Deutschunterricht.
Es war mein bestes Deutsch-Jahr und ich kam auf ne wirklich sehr gute 2, oder schrammte an der 1 vorbei. Dieser Lehrer (seinen Namen darf ich wohl nennen), Herr Dern, verließ dann leider Sandhausen und zog nach, ich glaub Düsseldorf. Schade, dem würde ich heute gern mal wieder schreiben…
Aber zurück zum Thema.
Dann kam die 12. Klasse. Meine neue Deutschlehrerin fängt locker an, fragt uns sogar, was wir gern lesen würden. Ich schlug spontan den Hobbit vor. Naja, wir haben ihn nicht gelesen. Stattdessen lasen wir “Das Parfüm” (mag ich leider auch überhaupt nicht), “Bronsteins Kinder” (das fand ich ganz gut), nochmal den Galilei und eben “Gestern war heute”.
Tja, und da fing der ganze Mist an. Man darf mich nicht als Rebell verstehen. Ich gab mir Mühe und kam mündlich immer auf 8 Punkte (also irgendwo im 3er Bereich).
Aber schriftlich … da passten meine Lehrerin und ich wohl nicht zusammen. Denn was immer ich auch ablieferte, sie gab mir 2 Punkte. Ne 5. Thema verfehlt.
Ok, wie das bei ner Textinterpretation überhaupt gehen soll, das muss man mir mal in Ruhe erklären.
Jedenfalls rettete ich mich durch meine mündlichen Leistungen grade so Arsch über Latte noch auf ne 4 in Deutsch.
Ey, ne 4!
Den Vogel schoss die Tatsache ab, dass wir zu “Gestern war heute” ne Interpretation schrieben. Es wurde eine Frage gestellt und im Anhang des Buches wurde der Autorin haargenau die selbe Frage gestellt. Und sie beantwortete sie auch. Da stand schon, wie die Autorin die Stelle angelegt hatte. Und wir alle kannten diese Passage. Ich hab sie auch nicht abgeschrieben, ich habe sie um meine eigenen Ansichten erweitert. Und was hab ich bekommen? Richtig – Thema verfehlt.
Das muss man mal sacken lassen.

Meine beste Arbeit war übrigens die Abiklausur, die – oh Wunder – durch die Hände eines Zweitkorrektors ging. Die hob sich auch deutlich von meinen anderen Arbeiten ab, also was die Note anging. Stilistisch habe ich nichts verändert. Von Thema verfehlt keine Spur.
Zufall?

Ok, was will ich sagen? Deutschunterricht ist leider ganz stark lehrerabhängig. Und wenn du da nicht ankommst mit deinem Stil, dann hast du echt ins Klo gegriffen. Ich will gar nicht an allem der Lehrerin die Schuld geben, aber dennoch hat Deutschunterricht für mich in der Oberstufe irgendwie wenig mit Deutschunterricht zu tun. Man sollte es in “Pseudo-Literatur-Kritik” umbenennen. Und “wenn-du-nicht-meiner-Meinung-bist-Pech-gehabt”. So empfand ich es jedenfalls.

Aber die Frau hat immerhin einen Wunsch in mir geweckt: Bücher zu schreiben, die ich ihr vor die Nase knallen kann. Dann frage ich sie, wie ich das wohl gemeint habe und lache sie aus, weil sie nicht meine Meinung teilt.
Nein, ernsthaft, ich hoffe, dass meine Bücher niemals Pflichtlektüre an deutschen Schulen werden. Zumindest nicht, wenn die Unterrichtsform sich nicht ändert.


Nov 4 2009

Wie ich dank Oscar zum Hundetyp wurde…

SRB

… ist vor allem eine lange Geschichte.
Erst sollte festgehalten werden, dass ich bis ins Alter von 22 Jahren unglaubliche Angst vor Hunden hatte und sie generell nicht mochte. Sie sind groß, laut, sabbern, stinken usw. Aber vor allem hatte ich immer Angst, ein Hund könnte mir was tun.
Als Kind hatte mich der Nachbarshund mal zu freundlich begrüßt, sprang an mir hoch und kratzte mich dabei ein bisschen am Bein. Hilfe, hilfe, großer Schockmoment. So ein Kratzer, da kann auch mal schnell das ganze Bein abfallen.
Ich sah mich immer mehr als der Katzentyp. Und hier sei nochmal gesagt, dass ich denke, dass Menschen sich in die Schubladen Katzentyp oder Hundetyp einordnen lassen. Es gibt natürlich noch diese komischen Individuen, die einfach alle Tiere mögen, aber häufig stellt man zwischen Katzenbesitzern und Hundebesitzern eine unüberwindbare Kluft fest. Woran das liegt, ka.
Ich sah mich also immer als Katzentyp. Leise, selbständig und vom Geruch her eher unauffällig, im Vergleich zum Hund.
Tja, dann lernte ich meine jetzige Partnerin kennen und erfuhr auch recht bald von Oscar, einem stattlichen Bernersennen von zehn Jahren. Kurz gesagt, Oscar machte es leicht, ihn vom Fleck weg ins Herz zu schließen. Er war treu, liebevoll, verschmust, aber auch unglaublich mutig und wachsam.
Aber Oscar war auch eins, ein Schlitzohr. Ich ließ mich häufig von seiner aufgesetzten Trägheit täuschen. Und kaum waren wir unterwegs – schwupps – hatte er irgendwo ein weggeworfenes Brötchen gefunden und im Mund. Ganz toll war es, als die Müllabfuhr streikte. Aus dem Haufen hat Oscar zehn Tage lang immer wieder das selbe halb vergammelte Pizzabrötchen gefischt. Ich könnte noch stundenlang weiter beschreiben, was diesen Hund so besonders gemacht hat, aber ich fasse es einfach mal zusammen: Oscar war einfach unglaublich cool. Leider musste Oscar diesen Sommer den letzten Gang antreten. Im stolzen Alter von 14 Jahren. Für einen großen Hund ein erstaunlich langes Leben. Und dennoch, er fehlt mir, obwohl ich ihn nichtmal von Beginn an kannte. Er fehlt mir einfach.

Da Oscar auf seine alten Tage im Haus der Eltern meiner Freundin lebte, legten wir uns einen Hund zu. Der Zufall ergab, dass es wieder ein Bernersenne wurde. General entwickelt sich prächtig. Der Witz ist: Ich als damaliger Hundefürchter wollte ihn unbedingt. Und je größer, desto besser. Ich hätte auch gern sofort noch eine Bernhardiner-Hündin dazu, aber dafür ist die Wohnung, trotz Garten, zu klein. Aber nicht, dass jemand denkt, General wäre der Ersatzhund, das ist er nicht. Ihn großzuziehen ist wirklich fordernd. Er gibt auch viel zurück, aber es ist anstrengend. Ich weiß nicht, wie ich ihm beibringen soll, dass er sich friedlich verhält, wenn er allein ist, da strauchle ich noch ein wenig. Aber das wird schon.

Also, ich bin Hundetyp. Ob Freund, Wachhund, Tröster, Spielkamerad, Faulenzer – Hunde sind toll. Und es gibt wenige Dinge, die so beruhigend sind, wie ein Hund, der genüsslich brummt im Schlaf.
Und dann hat sich herausgestellt, dass ich auf Katzenhaare allergisch bin.

tbc.