Mrz
28
2010
SRB
Anke Brandt hat die Buchmesse genutzt und mir viele Fragen zu den CdP und Bluttrinker gestellt.
Das Ergebnis dieses langen – und sehr netten – Gesprächs kann man nun im großen Artikel auf Geisterspiegel nachlesen.
Mich freut die Würdigung meiner Werke natürlich ungemein. Und es schmeichelt mir auch über die Maßen. Daher benutze ich diesen kurzen Artikel um ein ganz großes Dankeschön an Anke Brandt und das Team vom Geisterspiegel loszuwerden. Ich bin wirklich sehr gerührt. Vielleicht werde ich in den nächsten Wochen mal ein bisschen hinter die Kulissen der weiteren Ideen blicken lassen.
Soviel sei verraten: Ich habe einen recht detaillierten Fahrplan für weitere Kanduras-Romane. Und wenn die Resonanz der Leser weiter so positiv bleibt, dann stehen die Chancen auf eine Rückkehr ins geliebte Land der Götter nicht schlecht.
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Feb
16
2010
SRB
So, das Buch ist jetzt seit grandiosen zwei Wochen erhältlich, die ersten Leser schicken mir ihr Feedback – vielen dank dafür und auch für die netten Worte.
Zeit, ein wenig hinter die Kulissen zu blicken, findet ihr nicht?
Die Arbeit an Bluttrinker war eine ganz besondere Herausforderung. Prequel zu schreiben ist immer eine Gratwanderung. In den CdP hatte ich ja schon einiges von der Zeit Throndimars erzählt. Vorallem, wie Throndimars Kampf endet. Nun stellte sich eigentlich nur die Frage, ob ich in Bluttrinker diese Geschichte nacherzählen würde, oder ob ich eine Art alternative Vorgeschichte erzähle. Letzteres kam ganz klar nicht in Frage. Aber da stellte sich schon die nächste Frage: Wie mache ich das Buch für Kenner der Chroniken dennoch spannend?
Der große zeitliche Abstand der beiden Geschichten kam mir da gelegen. Aus Tharador kannte man das Ende von Throndimars Reise, aber wusste nicht wie sie begonnen hatte. Man wusste nichts über seinen Weg, sein Handeln. Und ich nutzte die Tatsache, dass in 300 Jahren einiges an verklärter Heldenverehrung vonstatten ging. Throndimar ist also möglicherweise ganz anders, als man ihn erwartet hätte.
Aber das allein reichte mir noch nicht. Ich wollte auch noch etwas völlig Neues erzählen. Die Geschichte um die Fürsten, die um die Krone streiten passte perfekt in die Zeit. Die Länder nördlich der Todfelsen sind im Umbruch, stecken mitten in einer Entwicklung, deren Ende noch nicht abzusehen ist.
Ich merke, wie ich schon wieder kurz davor bin viel zu viel zu verraten. Aber ein paar kleine Schmanker’l hab ich noch.
Hier ist eine Liste mit bekannten Namen/Charakteren aus den Chroniken, die in Bluttrinker auftauchen:
Amosh, Balburan, Baldrokk, Barsjk, Faeron, Gordan, Gulmar, Karandras, Malvner, Rhelon, Throndimar und Xandor.
Ich glaube/hoffe, ich habe keinen vergessen. Und vielleicht sticht dem ein oder anderen Leser ein bestimmter Name ins Auge. Nun, ich werde es noch nicht verraten, aber die Hinweise zu ihm stecken in den Büchern. Wie heißt es bei Prestige: “Sehen Sie auch genau hin?”
Ich könnte natürlich auch alles verraten, aber es macht doch viel mehr Spaß solche Geheimnisse selbst zu entknobeln, nicht wahr?
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Dez
11
2009
SRB
So, ich hatte ja Einblicke in das Buch und seine Entstehung versprochen, also will ich mal die Gelegenheit nutzen und auch Wort halten.
Bluttrinker existiert auch schon wieder ein paar Jahre als Idee. Eigentlich ist der Wunsch Bluttrinker zu schreiben schon fast so alt, wie die CdP. Aber ich wusste damals, dass es noch nicht an der Zeit dafür war. Ich habe lange am Konzept gearbeitet.
Dabei stand immer Eines im Mittelpunkt: Vier Charaktere, die alle ihr Bestes geben – und alle erkennen, dass es manchmal nicht genug ist.
Bluttrinker wird Kanduras zu einem sehr viel dunkleren Ort machen.
Aber das Beste: Bluttrinker wird nicht nur der Roman sein, nein, es war auch noch Platz für die komplette Entstehungsgeschichte. Eine Zeittafel, die mit der Ankunft des Göttervaters beginnt, und bis zu den Ereignissen in Bluttrinker das Wirken der Götter beschreibt. Das war ein Element, das mir sehr am Herzen lag.
1. Jetzt ist der Hintergrund gedruckt und damit geschützt.
2. Es bietet dem Leser die Möglichkeit noch viel tiefer in die Welt einzutauchen.
Aber die Zeittafel liegt am Ende des Romans. Denn für das Verständnis von Bluttrinker ist sie nicht notwendig. Und ich wollte den Leser nicht mit einer mehrseitigen Geschichte begrüßen. Nein, wer will, der kann da noch mehr erfahren.
Wieso mehr? – Tja, die Göttergeschichte wird manches Detail des Buches in einen größeren Kontext setzen. Vielleicht entdeckt der findige Leser ja auch ein neues Rtsel, oder die Antwort auf ein altes, wer weiß?…
Ich habe ja hier schonmal geschrieben, dass man bei mir zwischen den Zeilen lesen sollte. Die gedruckten Worte sind nur 50%. Somit erwarten euch bei Bluttrinker 1024 Seiten Abenteuer! *g*
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Nov
24
2009
SRB
Heute möchte ich den Fokus auf eine alte, bisweilen verkannte, Fantasyrasse legen: Die Orks.
Orks gibt es in der menschlichen Mythologie schon seit geraumer Zeit, doch ihren Durchbruch erlebten sie als Schwertfutter im Herrn der Ringe. Warum Schwertfutter? Warum der Ork? Warum sind die so hässlich?
Letzteres lässt sich leicht beantworten. Der Ork steht seit jeher für das Schrecknis in der Mythologie. Sie sind, wenn sie denn auftauchen, grässliche, teuflische Monster. Und was böse ist, das sieht meist auch fies aus. Da unterstreicht die Außenwirkung auch gleich die intention.
Aber ich will mich gar nicht in mythologischen Erklärungen verlieren. Zurück in die ’40er Jahre. Der Herr der Ringe lehrt uns, dass der Ork eher tumb ist, grässlich und grausam. Eine Vernichtungsmaschine, die nur existiert um dem dunklen Herrscher zu dienen.
In den nächsten Jahren wurde dieses Bild eher selten weiterentwickelt. Der Ork wurde das beliebteste Feindbild der Fantasyliteratur, wohl gleichauf mit dem dunklen Magier. Man kann sogar sagen, dass dieses Feindbild regelrecht gehegt und gepflegt wurde. Warum auch nicht? Im Kalten Krieg funktionierte auch das Bild des bösen, bösen Kommunisten, der nur zu gern den gesamten Erdball mit atomarer Verwüstung überzogen hätte, über Jahre unverändert.
Also blieb auch der Ork der simple Haudrauf, der gerne die gesamte Fantasywelt mit Tod und Vernichtung überzieht. Das Klischee des Orks hielt sich länger als der Kommunismus, aber letztlich musste es aufweichen. Was an Klischees gut und schlecht ist, warum der Klischeebruch heute für mich schon wieder selbst zum Klischee wird, darüber vielleicht auch mal später mehr.
Da steht er nun, der Ork. Wartet auf die persönliche Wende, darauf, dass er vom kindermordenden Monster zum sensiblen Wesen wird.
Ich verbeuge mich hier vor einer bestimmten Spieleschmiede, die seit fünf Jahren mit ihrem MMORPG sämtliche Rekorde bricht. Mit dem dritten Teil der vorangegangenen Strategiereihe wurde der Ork vom simplen Gegner zum tragenden Element der Handlung. Von einem hirnlosen Schlächter zu einem edlen und stolzen Kriegervolk mit einer alten Kultur.
Als ich die CdP vor knapp fünfzehn Jahren das erste Mal im Kopf durchspielte und die Landkarte zeichnete, da war jener dritte Teil noch nichtmal angekündigt, aber … naja, ich kann nicht die Lorbeeren für mich beanspruchen, denke ich *g*.
Also verbeuge ich mich einfach in Demut.
Und auch in Kanduras sind die Orks nicht das pure Böse. Sie sind ein vertriebenes Volk.
Mein Gedanke dahinter war ein ganz einfacher: Ein Volk, das als humanoid dargestellt wird, das über eine Sprache verfügt und ein vergleichbares Wissen über Technik, wie die Menschen, gegen die sie immer kämpfen – ein solches Volk könnte nicht bestehen, wenn es nur von reiner Mordlust getrieben würde. Die orkische Gesellschaft würde sich einfach kannibalisieren und letztlich zu Grunde gehen.
Ich erschuf Ul’goth und machte ihn zu einer der Hauptpersonen. Und auch meine Kurzgeschichte in der Anthologie “Fantastische Kreaturen” handelt von Ul’goth und dem orkischen Mannwerdungsritual. Natürlich orientieren sich meine Orks sehr an frühen schamanistischen Naturvölkern, das ist kein Geheimnis.
Es gibt natürlich noch weitere Ork-Helden. Stan Nicholls oder Michael Peinkofer fallen mir hier auf Anhieb ein. Vielleicht wird sich das Bild des Orks weiter wandeln, wie sich auch die Feindbilder in der Fantasy wandeln. Ich arbeite gerne mit Figuren, die oberflächlich plakativ wirken, aber hintergründig vielschichtig sind. Die ihre eigenen Gründe haben, die unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Alter wirken.
Also, ihr Autoren da draußen, habt ein Herz für Orks.
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