Was würde ich tun?
Wenn mich jemand plagiierte? Die Frage erscheint vor den jüngsten Geschehnissen gar nicht mehr so abwegig. Scheinbar existiert da kein Ehrencodex mehr, bei der nachrückenden Autorengeneration.
Oh, ich kann sie schon an Türen und Fenstern kratzen hören, die 17 jährigen ohne eigene Ideen. Da bekommt der Roman aus dem Baukasten eine ganz neue Bedeutung.
Und ich hatte bisher schon ein schlechtes Gewissen, wenn man meinen Büchern Parallelen zu anderen Werken nachsagte. – Die es natürlich gibt, da eine Einteilung in ein Genre sonst gar nicht möglich wäre.
Gut, “what would Jesus do?” ist in dem Fall vielleicht ein möglicher Ansatz – aber es ist ganz gewiss nicht meiner.
Sollte ich jemals das Plagiat eines meiner Werke finden, dann wird da sofort geklagt. Nix da mit nachträglicher Abdruckgenehmigung. Jede geklaute Stelle wird geschwärzt. Dann kann man es danach das Balken-Buch nennen. Oder ich werde an den Tantiemen beteiligt.
Wenn die Leute Originalität wollen, dann sollen sie auch die Originale lesen. So schwer ist das nicht.
Andererseits generiert man so eine sichere Schlagzeile und scheinbar auch einen sicheren Bestseller. Ich sollte mir vielleicht doch einfach den Herrn der Ringe, Hohlbeins Märchenmond oder Heitz’ Zwerge greifen, ein paar Namen ändern und mich dann noch mit dem Original fotografieren lassen … mit der Unterzeile “Ich kenne dieses Buch nicht”
Ja, solche Dinge ärgern mich. Warum? Weil solche Berichte noch zusätzlich die Aufmerksamkeit von den ehrlichen Autoren ziehen, die sich – entschuldigt bitte – den Arsch aufreißen, um mit dem Beruf ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Leute gut und originell zu unterhalten oder einen künstlerischen Anspruch hegen. Aber billige Kopisten brauchen wir seit dem Zeitalter der Drucker und Kopierer eigentlich nicht mehr.
und als Randnotiz: In der Seitenleiste gibt es jetzt eine Slideshow mit meinen Romanen. Aber geteilt nach aktuellstem Roman und unten dann die Sammlung aller Romane.
***Nachtrag***
Tom Orgel machte sich in seinem Blog die Arbeit und schreibt mir sehr ausführlich aus der Seele. Absolut lesenswert!
Andrea Bottlinger weist in ihrem Blog auf die Scheinheiligkeit der Berichterstattung hin und eine latente Doppelmoral.
Und Nicole Rensmann geht das Problem aus einer anderen Ecke an, nämlich der Konsequenz für ehrliche Autoren, die sich nun immer häufiger Sorgen um mögliche Plagiate machen (müssen).

