Stephan R. Bellems Abendblatt

Stephan R. Bellems Abendblatt -

Vom Umgang mit Kritik pt.2

 

Wer nicht weiß, worum es geht, es geht im Wesentlichen um diese Rezension (einschließlich der ersten 4-5 Kommentare).
Und heute kam dann dieses Posting des Autors in Umlauf.

Eieiei, wo fange ich an?
Zuerst: Sollte das eine Marketingstrategie sein, dann ging sie voll auf. Und dann ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut – ich hab einfach kein Hutgesicht. Und dann hänge ich mich durch diesen Blogpost auch indirekt mit dran. Also, wenn ihr jetzt neugierig seid, kauft lieber meine Bücher und so ;)

Sollte das tatsächlich ernst gemeint sein, dann … mein Beileid.

Ich habe ja schon gesagt, dass ich Kritik selbst auch nicht so toll finde, wer wird denn schon gern kritisiert oder herausgefordert. Menschen werden per se gern unterstützt, geliebt und überhaupt.
Aber diese Reaktion ist dann doch einfach nur überzogen. Sollte das Schule machen, dann können sich alle Rezensenten, die mir jemals weniger als 3/5 gegeben haben aber sowas von auf meine Klagen einrichten. Ich bin nämlich Rechtschutzversichert. Da wird euch sowas von der Arsch wegverklagt.

Und da mache ich aber noch lange nicht halt. Ha! Was ist noch geschäftsschädigender als schlechte Meinungen von Käufern? Genau! Die ganzen Nicht-Käufer. Diese Verweigerer. Euch verklag ich auch. “Wie, du hast mein Buch nicht? Weißt du nicht, dass das meine Existenz gefährdet? – Zack, Anwalt vor der Tür.

Oh, und Verleger, die mich ablehnten, die verklag ich auch, klar. Muss ja sein.
Überhaupt … ich sollte alle verklagen, die mir nicht immer zustimmen …

oder …

oder ich schalte einfach mein Hirn ein, sofern vorhanden.

Kategorie: Allgemein
  • fandomobserver sagt:

    Der Kasus macht mich lachen. Machte er schon vorher, denn die Diskussion in der BÜCHERZEIT kannte ich bereits.

    Abseits aller Gedankenspiele um Geschäftsschädigung halte ich es für eine gute Idee, daß sich herausgeforderte Autoren mit dem Ratschlag auseinandersetzen, niemals mit enttäuschten Lesern in den Clinch zu gehen. Darüber, ob das ein guter Rat ist, kann man trefflich streiten, denn es gibt sicher Fälle, da man antworten MUSS.

    Was Meister Asht da macht, ist jedoch schwach, voller Brüllaffenrhetorik, unter der Gürtellinie. Ein wenig Selbstreflektion lohnt sich immer. Ich kenne sein Œuvre nicht, enthalte mich also jeglichen Kommentars, was sein literarisches Vermögen angeht, aber nach seinen polternden Kommentaren und nun dem Post in seinem Blog hat er mir die Entscheidung ganz enorm erleichtert: Dieser Name wird niemals auf meiner persönlichen Leseliste auftauchen, noch werde ich jemals einen seiner Titel unseren Rezensenten anbieten. Weil er schlicht nicht satisfaktionsfähig ist.

    Ob man ein Werk wirklich ganz gelesen haben muß, um eine Besprechung veröffentlichen zu dürfen? Ein sehr schmales Brett, auf dem er da wandelt. Ein privater Blog ist kein Wettbewerber und auch kein Marktteilnehmer. Das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) greift hier schlicht nicht.

    Wir hatten so einen Fall auch schon, daß ein Werk schlicht unlesbar war. Das wurde ehrlich dokumentiert und von dem betroffenen Autoren im Netz mit persönlichen Angriffen auf die Rezensentin beantwortet. Daraufhin habe ich es selbst gelesen und eine sehr lange Besprechung verfaßt und mich dann dafür entschieden, die ursprüngliche im Netz zu lassen, obwohl sie sich auf ein nicht fertig gelesenes Werk bezog – einfach, weil es ein authentischer Leseeindruck war. Eine ausführliche, absatzweise Werkkritik wäre mir da vorgekommen wie die sprichwörtlichen Perlen vor die Säue …

    Kurz zusammengefaßt: Autoren, die fechten können, finde ich toll. Solange sie für sich nicht beanspruchen, die alleinseligmachende Wahrheit zu kennen.

    ^mm

    • SRB

      SRB sagt:

      Vortrefflicher Kommentar :)

  • Feenfeuer sagt:

    Ich habe doch zur Zeit arge Zweifel ob diese wirre Marketingstrategie, wenns denn eine ist, aufgeht. Gut, der Name von diesem Typen macht gerade die Runde, aber das hat doch deutlich etwas von mit-dem-Finger-drauf-zeigen-und-loslachen.
    Erinnert mich an diverse grottenschlechte Auftritte bei verschiedenen Castingshows. Das guckt man sich auch, weil sich die Leute dort einfach zum Affen machen (und es nicht merken). Selbiges liefert der besagte Autor zur Zeit. Er sollte sich vielleicht in eine Taklshow bei RTLII einladen lassen. Vom Niveau her würden sie ihn bestimmt nehmen.

  • Hendryk sagt:

    Ich möchte gerne den Herrn Autoren A. auf Schmerzensgeld verklagen! Meine Lachmuskeln sind, nachdem ich die ganzen Kommentare und – zu guter Letzt – seinen Blogeintrag gelesen habe, SOWAS von ausgeleiert. Lachen schmerzt, das weiss ich nun. Doch wie soll ich da bloß heute Abend mit Freunden weggehen? Ich könnte den ganzen Freitagabend nicht mehr lachen, ohne vor Schmerzen zu jaulen. Das kommt gut …
    Oh, und Herr A. möge mir wohlwollend verzeihen, daß ich den letzten Absatz seines wirren Geschreibsels auf dem hauseigenen Blog nicht mehr gelesen habe. Es ging einfach nicht mehr! ;-)

  • Myriel sagt:

    Hallo Stephan,
    sehr schöner Post.
    Schade, dass es bei mir aus Zeitgründen nicht mit der Leserunde zu “Die Wächter Edens” geklappt hat. Gern liefere ich dir aber später einen Verriss, um deine Verkaufszahlen (und deinen Anwalt) zu pushen. ;-)
    Liebe Grüße
    Myriel

  • Sanne sagt:

    Ein Gutes hat die Diskussion auf jeden Fall: Man lernt auch mal neue Autoren kennen ;-) “Tharador. Die Chroniken des Paladins 01″ ist gerade auf meiner Wunschliste eingezogen. Hatte ich vorher nie von gehört, und freu mich jetzt drauf!

    • SRB

      SRB sagt:

      Ich empfehle ja, wenn’s auch ein ebook sein darf, die Sammelausgabe der Chroniken für den Kindle. Vor allem, da die Trilogie zu Beginn des ersten Bandes stilistisch recht holprig ist. Wenn man dann eh schon alle drei Bände hat, liest man eher weiter ;)

      • Sanne sagt:

        Noch hab ich keinen Kindle – aber hoffentlich bald.. Danke für den Tip!

  • Patricia sagt:

    Sehr toller Post!

    Erst einmal: Würde ich nun mehr Interesse an dem Genre haben, würd ich sicher min. eines deiner Bücher kaufen, also geht die Strategie wohl auf. (Bin aber noch nicht durch mit Anschauen, also vielleicht find ich ja noch was. *lach*) Wenn auch genau andersrum: Ich unterstütze gerne Autoren, die ich sympathisch finde. Schon alleine da geht wohl meine “Neutralität” drauf. Das ist aber auch alles. Die Unterstellung des Herrn Asht, Geld anzunehmen.. Wah!

    (Warte! Welt aus Staub sieht ja mal genial aus. Gibts das demnächst auch als ebook? DAS würde ich nämlich sicher kaufen! Oder vielleicht auch als physisches Buch? *grübel* Muss nachher mal Auszug suchen. :>)

    Auf Goodreads gibt es ja dieses Jahr so einen Schub von neuen shelves, die “never gonna read that” o.Ä. genannt werden. Nach dem Drama am Anfang des Jahres findet man da jetzt vor allem Leigh Fallon und Co. Einfach, weil sie sich schlecht benommen haben. Sollte man vielleicht mal was draus lernen.

    Was ich wirklich toll finde, ist, wie er ganz unten im ETA erwähnt, dass wir doch auch mal an den armen Verlag denken sollen, der um seine Existenz kämpft. Hätte ich früher im Chemie Unterricht bringen sollen. “Aber Herr F/Frau G, sie können mir hier keine 07 Notenpunkte geben, es geht um meine Zukunft, ich brauch NC 1,2! Ist doch egal, dass es hier um Leistung geht, und ich’s nicht bringe! Denken Sie mal an all meine ungeborenen Kinder, die ich später nicht versorgen werden kannn, nur wegen Ihnen!” Die Wenigsten haben Mitleid mit Einzelhändlern, die die falschen Marken kaufen. Würde sich dieser Einzelhändler hinstellen und schimpfen, dass alle Nicht-Kunden der “H&M* Generation” angehören und somit schlimmste Mainstreamler sind, die abends heimlich ihre Skinny Jeans anhimmeln? Falls ja, dann damn.

    Wie dem auch sei, schön auch mal was aus Richtung Autoren dazu zu lesen! Die US Autoren kriegen ja den Mund nicht mehr zu, aber aus Deutschland hört man so selten was. ;(

    Schönen Sonntag und liebe Grüße!

    *New Yorker, C&A, Pimkie, blahblah.

    • SRB

      SRB sagt:

      Schöner Kommentar :)

      Welt aus Staub müsste es auch als eBook geben. Also, vielleicht nicht direkt, aber ich weiß, dass es geplant ist. Und eigentlich sollte das auch zeitnah umgesetzt werden. Aber wie/was/wann genau, kann ich leider nicht sagen.

      • Patricia sagt:

        Super! Na dann kommt das gleich mal auf die Wunschliste. Übrigens werden deine Bücher eventuell von Goodreads gelöscht. Bin gerade dabei ein paar zu “retten”, aber weiß nicht, ob ich alle erwischt hab. (Ab Ende Januar sollen alle Bücher entfernt werden, die nur über Amazon hinzugefügt worden sind.)

        • SRB

          SRB sagt:

          Oh, vielen Dank für die Mühe. Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem Portal überhaupt nicht beschäftige. :)

  • fandomobserver sagt:

    Zum Thema Asht erlaube ich mir, auf unsere Februarausgabe hinzuweisen. Die hat die Titelgeschichte “DIE REZIMAFIA” und beschäftigt sich exakt mit diesem Fall. Das Schöne: der Download kostet nix. :-)

    http://www.fandomobserver.de/2012/02/fo272/

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