Dez 19 2009

Odyssee 2009 im Welt…in Bayern!

SRB

Unsere Geschichte beginnt ganz harmlos im Feiertagstrubel. Und eine Warnung vorweg, hier wird mal ganz unverblümt die deutsche Sprache missbraucht und auf geschliffene Bemerkungen fröhlich gesch…, denn ich bin einfach viel zu erschöpft und aufgebracht.
Es beginnt also damit, dass ich vor zwei Wochen bei Europcar in Leipzig ein Auto reserviere, das Winterbereifung haben soll (kostet extra, aber man weiß ja schließlich nie) und generell WINTERFEST sein, da ich mit dem Auto bis in die Eifel fahren will. Pessimisten ahnen hier schon, was alles schiefgehen kann (und wird).
Tag der Abreise. Hier sei schonmal ein kleiner Hinweis an Europcar, was Kundenbetreuung angeht: Wenn ich ein Auto für 12 Uhr reserviere und dann anrufe, mit dem Hinweis, dass ich mich verspäte, dann will ich nicht hören „Das geht grade noch in Ordnung“, sondern dann will ich hören: „Selbstverständlich, Herr Bellem, ihr Fahrzeug wartet auf Sie.“ Klar?
Wir bekommen einen kleinen Corsa, den ich eigentlich sehr schätze. Das Auto steht völlig eingeschneit am Straßenrand. Wir kratzen es selbst frei und fahren los. Laden alles Gepäck ein und ab auf die Autobahn. Stau. Schneechaos pur.
Nun kommt der erste Moment des großen Ärgers. Ich betätige in froher Erwartung den Hebel für die Scheibenwischanlage – und nichts passiert. Ja, bei Europcar muss man so viel sparen, dass man nichtmal für Frostschutz in der Wischanlage Geld hat. Sicher, man könnte mir jetzt vorwerfen, dass ich das Auto nicht ordnungsgemäß geprüft habe. Aber dazu mal ein Gedanke: Ich miete Autos, weil ich von Autos keinen Schimmer habe, nicht weil ich meinen persönlichen Fuhrpark nicht antasten will, klar? Ich miete Autos, weil ich für den Preis ein einwandfreies Fahrzeug erwarte. Und, wir erinnern uns, ich verlangte nach einem WINTERFESTEN Auto! An diesem Punkt möchte ich ein erstes großes F*** Y** an die Mietwagenstation in Leipzig brüllen. Wir kämpfen uns weiter. Alle 20km machen wir ne Pause, um die Scheibe wieder freizukratzen. Der nächste Stau, 20km diesmal, macht ja nix, sind ja extra um 13 Uhr losgefahren.
Aber irgendwie kommen wir nicht voran. Um 21 Uhr haben wir Nürnberg noch nicht passiert… Und dann, ja dann ist plötzlich alles weiß. Die Abfahrt auf die A6 schmiegt sich geschickt in den Schnee und um 22 Uhr müssen wir plötzlich feststellen: Wir haben uns kolossal verfahren und hängen im tiefsten Bayern rum. Kacke. Nein, nicht bloß Kacke, sondern mal total abgefuckt!
Hier kommt Hanneke, Astrids Mutter, ins Spiel. Denn sie kam wirklich als Retter in der Not. Unser Budget ist vor Weihnachten, wer kennt das nicht, ein wenig angespannt. Da spielte die Tatsache, dass Europcar mal fröhlich die Kaution von 100 auf 200 Euro verdoppelt hat, auch gut rein. Einziger Kommentar dazu: „Machen jetzt alle so.“ – Ja, geil, das überzeugt mich wirklich.
Hanneke jedenfalls hat uns wirklich gerettet, indem sie ein Hotel aufgetrieben hat, in dem wir die Nacht verbringen konnten.
Somit krochen wir in der Nacht nach Allersberg. Ein kleines Nest, in dem es sogar ein Hotel mit dem tollen Titel „Deutsches Reich“ gibt. Ok, da haben wir nicht übernachtet. Sondern in einem Traum der späten 60er Jahre. Sehr charmant, aber auch sehr hellhörig. Wenn man morgens um 7 aus dem Bett fällt, weil im Nebenzimmer die Dusche angeworfen wird – ja, das hat was. Aber darüber will ich mich wirklich nicht beschweren – alles ist besser als die Nacht im Auto zu verbringen, oder im Graben.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter, auf ein Frühstück verzichteten wir aber. Bei Gegenlicht entpuppte sich die Scheibenwisch-Situation als noch schlimmer. Auf der Rückfahrt, wir verließen Allersberg um kurz nach 8, durften wir gefühlt an jedem Parkplatz Halt machen. Und das Wetter meinte es nicht gut: Wenn ich an ner Tankstelle mit Wasser die Scheibe wischte, dann fror das Zeug schon in der Wischbewegung fest. Hinwischen, nass machen – Zurückwischen, Eis abkratzen. Einfach nur Krass.
Das war der erste Teil. Morgen geht’s mit dem Auto weiter in die Eifel. Und für die Rückfahrt ist schon eins reserviert, ein größeres und ausdrücklich winterfest.


Dez 11 2009

Frisch vom Schreibtisch pt.2 – Bluttrinker

SRB

So, ich hatte ja Einblicke in das Buch und seine Entstehung versprochen, also will ich mal die Gelegenheit nutzen und auch Wort halten.
Bluttrinker existiert auch schon wieder ein paar Jahre als Idee. Eigentlich ist der Wunsch Bluttrinker zu schreiben schon fast so alt, wie die CdP. Aber ich wusste damals, dass es noch nicht an der Zeit dafür war. Ich habe lange am Konzept gearbeitet.
Dabei stand immer Eines im Mittelpunkt: Vier Charaktere, die alle ihr Bestes geben – und alle erkennen, dass es manchmal nicht genug ist.
Bluttrinker wird Kanduras zu einem sehr viel dunkleren Ort machen.

Aber das Beste: Bluttrinker wird nicht nur der Roman sein, nein, es war auch noch Platz für die komplette Entstehungsgeschichte. Eine Zeittafel, die mit der Ankunft des Göttervaters beginnt, und bis zu den Ereignissen in Bluttrinker das Wirken der Götter beschreibt. Das war ein Element, das mir sehr am Herzen lag.
1. Jetzt ist der Hintergrund gedruckt und damit geschützt.
2. Es bietet dem Leser die Möglichkeit noch viel tiefer in die Welt einzutauchen.
Aber die Zeittafel liegt am Ende des Romans. Denn für das Verständnis von Bluttrinker ist sie nicht notwendig. Und ich wollte den Leser nicht mit einer mehrseitigen Geschichte begrüßen. Nein, wer will, der kann da noch mehr erfahren.
Wieso mehr? – Tja, die Göttergeschichte wird manches Detail des Buches in einen größeren Kontext setzen. Vielleicht entdeckt der findige Leser ja auch ein neues Rtsel, oder die Antwort auf ein altes, wer weiß?…
Ich habe ja hier schonmal geschrieben, dass man bei mir zwischen den Zeilen lesen sollte. Die gedruckten Worte sind nur 50%. Somit erwarten euch bei Bluttrinker 1024 Seiten Abenteuer! *g*


Dez 8 2009

Ankündigung: Bluttrinker und Geburtstagsfeier

SRB

Endlich, ENDLICH, ist es soweit. Amazon hat das Cover meines nächsten Romans online. Also wird es Zeit, ihn auch hier anzukündigen.
Bluttrinker kommt!
Schon am 15. Januar 2010. Nicht verpassen.
Ich hatte unglaublich viel Spaß mit diesem Buch. Und ich werde die nächsten Wochen nutzen, um immer mal wieder kleine Einblicke in das Buch und sein Entstehen zu geben.

Aber nun endlich das Cover, nicht wahr?

Und hier der Klappentext:
Kann man die alten Götter schwächen, indem man die Menschen dazu bringt, nicht mehr an sie zu glauben? Gottgleich zu werden und sich über die anderen zu erheben – im Kampf um die Vorherrschaft auf Kanduras werden vier verschiedene Charaktere alles versuchen, um an ihr Ziel zu gelangen. Vier Schicksale – vier Einblicke in menschliche Abgründe. In Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, kämpfen sie um ihren Platz in einer Welt, die im Dunkel der Nacht zu versinken droht.

Und bestellen könnt ihr das Buch hier bei Amazon, den üblichen Kanälen und ganz besonders dem Buchhändler eures Vertrauens.

Das war Bluttrinker, aber was hat es mit diesem ominösen Geburtstag auf sich, fragt ihr?
Nun, der findige Leser hat gleich entdeckt, dass Bluttrinker auch in Kanduras spielen wird, der Welt der CdP. Und da Tharador 2010 seinen zehnten Geburtstag seit Spatenstich feiert, und die Welt Kanduras sogar schon den fünfzehnten, dachte ich, es wird Zeit für Geschenke.
Keine Sorge, nicht für mich, sondern für euch!
Zum Start von Bluttrinker verschenke ich den ersten Roman der Chroniken, Tharador, als eBook.
Betrachtet es als Gastgeschenk. Wer in die Welt von Kanduras eintritt, der bekommt einen Bonus. Will heißen:
Wer Bluttrinker in der ersten Woche nach Erscheinen, kauft, der bekommt Tharador geschenkt.
Halt Stephan, das ging zu schnell…
Ja, das stimmt. Also hier der genaue Ablauf:
Bluttrinker erscheint am 15.01.2010. Das ist ein Freitag. Wer nun Bluttrinker ab diesem Datum bis zum 24.01.2010 käuflich erwirbt, der bekommt Tharador geschenkt.
Und wie beweist man den Erwerb von Bluttrinker? – Ganz einfach: Schickt mir einen Screenshot der Versandbestätigung im Amazon-Kundencenter. Euren Kundennamen und andere sensitive Daten dürft ihr natürlich löschen, aber es muss schon ersichtlich sein, dass Bluttrinker gekauft und versendet wurde. Oder die Versandbestätigung eines anderen Internetversands.
ODER: Wer nicht auf Amazon und Internet steht(wobei ich mich dann frage, wie er hierauf gestoßen ist), der geht in den Laden seines Vertrauens, kauft das Buch und scant den Kassenbon ein. Wer keinen Scanner hat, der müsste zum Copyshop laufen.
Und das Beste: Ich werde es, wenn das alles noch klappt, sogar signieren. Nicht individuell, aber es wird eine handschriftliche Widmung darin geben.

Ihr müsst die Kaufbestätigung nicht innerhalb dieser Woche einreichen, das hat Zeit bis Ende Januar.
Und sollte sich das Erscheinen von Bluttrinker verzögern, verschiebt sich natürlich auch die Aktion mit, keine Sorge.

Und wohin sollt ihr die Screenshots shicken? – info@srbellem.de natürlich, Betreff: Jubiläum. Die Adresse für Leserbriefe, Flames, Glückwünsche – was auch immer. Schickt das Bild mit. Sollte es im Spamfilter hängen bleiben, dann beschwert euch hier, dann finden wir ne Lösung.

Also, Buch in der ersten Woche kaufen, mir beweisen, anderes Buch geschenkt bekommen. Und warum? Weil ich mich so freue, dass die kleine Welt, die ich mir damals ausgedacht habe, die ich über die Jahre hegte, pflegte und erweiterte – dass diese Welt nun schon der Schauplatz für den vierten Roman aus meiner Feder wird. Dafür auch ein riesiges DANKE an alle Leser.

Und wie gesagt, in den nächsten Tagen und Wochen gibt es ein wenig mehr zu dem Buch zu erzählen.


Dez 1 2009

Meine kleine Deutschunterricht-Hölle

SRB

So, hier kommt ein weiterer Schwank aus meiner Jugend. Ist ja auch schon zehn Jahre her. Abitur in Baden-Württemberg ist eine helle Freude, wenn es um die Literaturthemen des Deutschunterrichts geht. Da haben wir Brechts Galilei, den ich wirklich mag. Gute Geschichte, gutes Buch. Und dann gibt es da Bücher … ich glaube, mit denen will man heranwachsende Männer einfach nur quälen.
Mein persönlicher Antichrist der Pflichtlektüre ist “Gestern war heute” von Ingeborg Drewitz. Kurz: Ich hab’s gehasst. Ich fand’s unendlich langweilig und es steht für mein Martyrium in der Oberstufe, durch das ich ging.

Dabei fing alles so gut an: 11. Klasse, toller Lehrer, tolle Themen (Schillers Räuber, Homo Faber, Brechts Galilei – aber auch kreatives Schreiben. wirklich offene Diskussionen und der Lehrer hat wirklich eigene Interpretationen zugelassen) und ich entdecke endlich wieder die Lust am Deutschunterricht.
Es war mein bestes Deutsch-Jahr und ich kam auf ne wirklich sehr gute 2, oder schrammte an der 1 vorbei. Dieser Lehrer (seinen Namen darf ich wohl nennen), Herr Dern, verließ dann leider Sandhausen und zog nach, ich glaub Düsseldorf. Schade, dem würde ich heute gern mal wieder schreiben…
Aber zurück zum Thema.
Dann kam die 12. Klasse. Meine neue Deutschlehrerin fängt locker an, fragt uns sogar, was wir gern lesen würden. Ich schlug spontan den Hobbit vor. Naja, wir haben ihn nicht gelesen. Stattdessen lasen wir “Das Parfüm” (mag ich leider auch überhaupt nicht), “Bronsteins Kinder” (das fand ich ganz gut), nochmal den Galilei und eben “Gestern war heute”.
Tja, und da fing der ganze Mist an. Man darf mich nicht als Rebell verstehen. Ich gab mir Mühe und kam mündlich immer auf 8 Punkte (also irgendwo im 3er Bereich).
Aber schriftlich … da passten meine Lehrerin und ich wohl nicht zusammen. Denn was immer ich auch ablieferte, sie gab mir 2 Punkte. Ne 5. Thema verfehlt.
Ok, wie das bei ner Textinterpretation überhaupt gehen soll, das muss man mir mal in Ruhe erklären.
Jedenfalls rettete ich mich durch meine mündlichen Leistungen grade so Arsch über Latte noch auf ne 4 in Deutsch.
Ey, ne 4!
Den Vogel schoss die Tatsache ab, dass wir zu “Gestern war heute” ne Interpretation schrieben. Es wurde eine Frage gestellt und im Anhang des Buches wurde der Autorin haargenau die selbe Frage gestellt. Und sie beantwortete sie auch. Da stand schon, wie die Autorin die Stelle angelegt hatte. Und wir alle kannten diese Passage. Ich hab sie auch nicht abgeschrieben, ich habe sie um meine eigenen Ansichten erweitert. Und was hab ich bekommen? Richtig – Thema verfehlt.
Das muss man mal sacken lassen.

Meine beste Arbeit war übrigens die Abiklausur, die – oh Wunder – durch die Hände eines Zweitkorrektors ging. Die hob sich auch deutlich von meinen anderen Arbeiten ab, also was die Note anging. Stilistisch habe ich nichts verändert. Von Thema verfehlt keine Spur.
Zufall?

Ok, was will ich sagen? Deutschunterricht ist leider ganz stark lehrerabhängig. Und wenn du da nicht ankommst mit deinem Stil, dann hast du echt ins Klo gegriffen. Ich will gar nicht an allem der Lehrerin die Schuld geben, aber dennoch hat Deutschunterricht für mich in der Oberstufe irgendwie wenig mit Deutschunterricht zu tun. Man sollte es in “Pseudo-Literatur-Kritik” umbenennen. Und “wenn-du-nicht-meiner-Meinung-bist-Pech-gehabt”. So empfand ich es jedenfalls.

Aber die Frau hat immerhin einen Wunsch in mir geweckt: Bücher zu schreiben, die ich ihr vor die Nase knallen kann. Dann frage ich sie, wie ich das wohl gemeint habe und lache sie aus, weil sie nicht meine Meinung teilt.
Nein, ernsthaft, ich hoffe, dass meine Bücher niemals Pflichtlektüre an deutschen Schulen werden. Zumindest nicht, wenn die Unterrichtsform sich nicht ändert.