Odyssee 2009 im Welt…in Bayern!
Unsere Geschichte beginnt ganz harmlos im Feiertagstrubel. Und eine Warnung vorweg, hier wird mal ganz unverblümt die deutsche Sprache missbraucht und auf geschliffene Bemerkungen fröhlich gesch…, denn ich bin einfach viel zu erschöpft und aufgebracht.
Es beginnt also damit, dass ich vor zwei Wochen bei Europcar in Leipzig ein Auto reserviere, das Winterbereifung haben soll (kostet extra, aber man weiß ja schließlich nie) und generell WINTERFEST sein, da ich mit dem Auto bis in die Eifel fahren will. Pessimisten ahnen hier schon, was alles schiefgehen kann (und wird).
Tag der Abreise. Hier sei schonmal ein kleiner Hinweis an Europcar, was Kundenbetreuung angeht: Wenn ich ein Auto für 12 Uhr reserviere und dann anrufe, mit dem Hinweis, dass ich mich verspäte, dann will ich nicht hören „Das geht grade noch in Ordnung“, sondern dann will ich hören: „Selbstverständlich, Herr Bellem, ihr Fahrzeug wartet auf Sie.“ Klar?
Wir bekommen einen kleinen Corsa, den ich eigentlich sehr schätze. Das Auto steht völlig eingeschneit am Straßenrand. Wir kratzen es selbst frei und fahren los. Laden alles Gepäck ein und ab auf die Autobahn. Stau. Schneechaos pur.
Nun kommt der erste Moment des großen Ärgers. Ich betätige in froher Erwartung den Hebel für die Scheibenwischanlage – und nichts passiert. Ja, bei Europcar muss man so viel sparen, dass man nichtmal für Frostschutz in der Wischanlage Geld hat. Sicher, man könnte mir jetzt vorwerfen, dass ich das Auto nicht ordnungsgemäß geprüft habe. Aber dazu mal ein Gedanke: Ich miete Autos, weil ich von Autos keinen Schimmer habe, nicht weil ich meinen persönlichen Fuhrpark nicht antasten will, klar? Ich miete Autos, weil ich für den Preis ein einwandfreies Fahrzeug erwarte. Und, wir erinnern uns, ich verlangte nach einem WINTERFESTEN Auto! An diesem Punkt möchte ich ein erstes großes F*** Y** an die Mietwagenstation in Leipzig brüllen. Wir kämpfen uns weiter. Alle 20km machen wir ne Pause, um die Scheibe wieder freizukratzen. Der nächste Stau, 20km diesmal, macht ja nix, sind ja extra um 13 Uhr losgefahren.
Aber irgendwie kommen wir nicht voran. Um 21 Uhr haben wir Nürnberg noch nicht passiert… Und dann, ja dann ist plötzlich alles weiß. Die Abfahrt auf die A6 schmiegt sich geschickt in den Schnee und um 22 Uhr müssen wir plötzlich feststellen: Wir haben uns kolossal verfahren und hängen im tiefsten Bayern rum. Kacke. Nein, nicht bloß Kacke, sondern mal total abgefuckt!
Hier kommt Hanneke, Astrids Mutter, ins Spiel. Denn sie kam wirklich als Retter in der Not. Unser Budget ist vor Weihnachten, wer kennt das nicht, ein wenig angespannt. Da spielte die Tatsache, dass Europcar mal fröhlich die Kaution von 100 auf 200 Euro verdoppelt hat, auch gut rein. Einziger Kommentar dazu: „Machen jetzt alle so.“ – Ja, geil, das überzeugt mich wirklich.
Hanneke jedenfalls hat uns wirklich gerettet, indem sie ein Hotel aufgetrieben hat, in dem wir die Nacht verbringen konnten.
Somit krochen wir in der Nacht nach Allersberg. Ein kleines Nest, in dem es sogar ein Hotel mit dem tollen Titel „Deutsches Reich“ gibt. Ok, da haben wir nicht übernachtet. Sondern in einem Traum der späten 60er Jahre. Sehr charmant, aber auch sehr hellhörig. Wenn man morgens um 7 aus dem Bett fällt, weil im Nebenzimmer die Dusche angeworfen wird – ja, das hat was. Aber darüber will ich mich wirklich nicht beschweren – alles ist besser als die Nacht im Auto zu verbringen, oder im Graben.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter, auf ein Frühstück verzichteten wir aber. Bei Gegenlicht entpuppte sich die Scheibenwisch-Situation als noch schlimmer. Auf der Rückfahrt, wir verließen Allersberg um kurz nach 8, durften wir gefühlt an jedem Parkplatz Halt machen. Und das Wetter meinte es nicht gut: Wenn ich an ner Tankstelle mit Wasser die Scheibe wischte, dann fror das Zeug schon in der Wischbewegung fest. Hinwischen, nass machen – Zurückwischen, Eis abkratzen. Einfach nur Krass.
Das war der erste Teil. Morgen geht’s mit dem Auto weiter in die Eifel. Und für die Rückfahrt ist schon eins reserviert, ein größeres und ausdrücklich winterfest.


