So, rufen wir mal eine neue Serie von Blogeinträgen, die in weniger (ich spare mir das mehr – das kann ich eh nicht halten) festen Abständen fortgeführt wird. Natürlich auch weniger, weil ich nicht immer so frei über aktuelle und zukünftige Projekte sprechen kann, klar.
Aber steigen wir mal gleich voll ein.
Mein kleines “Weltenbau Einmaleins”
Da stehe ich nun, ich habe eine Idee für einen Plot und möchte den in einer passenden Welt umsetzen, oder ich habe eine Welt erdacht und suche danach einen Plot dazu.
Bei den CdP hatte ich als erstes eine Landkarte, dann eine ganz einfache Idee: “Ich will über einen Engelssohn schreiben, und in dieser Welt sollen diese Geschöpfe als Paladin bezeichnet werden.”
So unspektakulär, so einfach, so effektiv.
Ah, ich höre sie schon, die Unkenrufe nach mieser Recherche usw. Das ganze Recherche-Thema verdient irgendwann mal ne eigene Serie.
Natürlich recherchiere ich. Aber ich erhebe sie nicht zum Selbstzweck. Eine schlechte Geschichte wird durch genaue Fakten nicht besser, allerdings wird eine gute Geschichte durch absoluten Bruch mit allen gängigen Naturgesetzen auch mies.
Aber hier steckt schon ein Teil meiner Haltung zur Recherche. Sie muss der Geschichte dienlich sein. Der Grad an “Realität” – ein Begriff, den ich in erdachten Fantasywelten mit Vorsicht gebrauche – muss passen. Die Welt muss in sich konsistent sein, nachvollziehbar und logisch. Sie muss nicht unseren geschichtlichen Beispielen entsprechen. Das kann, will und soll meine Fantasywelt auch gar nicht leisten.
So, an diesem Punkt wird mancher Leser ausgestiegen sein und sagen “Bah, der Bellem, der macht nur, was er will. Behauptet, es ginge ohne Recherche.”
Für die, die weiterlesen – nein, das behaupte ich nicht.
Es geht auch nicht ohne.
Als ich die Landkarte erschuf, da nahm ich mir reale Vorbilder als Beispiel. Die Todfelsen erinnern entfernt an die Alpen, nur etwas höher. Als ich die Städte verteilte, da wälzte ich auch geschichtliche Landkarten, Texte über Stadtentwicklung und noch einige andere Sachen. Ich wählte Staatenformen, suchte nach Erklärungen, warum sich beide Hälften des Kontinents unterschiedlich entwickelten. Da könnte man noch sehr lange weitermachen.
Dann kam der lustigste Teil: Die Entstehungsgeschichte. Oder der “Ich-spiele-dann-mal-Gott Baukasten”
Dafür ging ich einige Texte über alte Mythologien durch, woran Menschen glaubten, und warum. Und dann suchte ich mir interessante Aspekte heraus, entfremdete sie und feilte sie mir zurecht.
So nahm ich die Idee eines Götterpantheons auf und fügte den Aspekt hinzu, dass die Götter Sterbliche zu Engeln erheben können. Dann setzte ich über das Pantheon einen Göttervater, der in seinem Zorn die Dämonen erschuf. Und noch wesentlich mehr. Die ganze Entstehungsgeschichte ist sehr umfangreich geworden und wird sicherlich einmal in gedruckter Form auftauchen, versprochen.
So, nun haben wir die Welt erschaffen. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, haben dafür gesorgt, dass die einzelnen Eckpfeiler mit stabilen Wänden verbunden sind, wir haben das Fundament gelegt.
Die Spielwiese für den Roman ausgebreitet. Man kann sich mit einem solchen Gerüst ziemlich sicher durch die Welt bewegen, es ergeben sich einige Handlungsstränge vielleicht sogar schon direkt aus dem Weltenhintergrund. bei den CdP war dies die Vertreibung sowohl der Orks als auch der Zwerge. Die drohende Invasion der Dämonen und natürlich Tharadors Wirken selbst.
Die CdP feiern nächstes Jahr ihr zehnjähriges Bestehen, nicht seit Veröffentlichung, sondern seit ich ernsthaft damit begonnen habe. Die Landkarte erschuf ich noch viel früher, sicherlich vor fünfzehn Jahren. Naja, das wird jedenfalls ein Anlass sein, im neuen Jahr ein wenig zu feiern – dazu bald mal mehr.
Jetzt wurde das doch mehr zur Recherche, als ich wollte, aber das zeigt auch einen ganz wichtigen Punkt meiner Arbeitsweise: Manchmal muss man sich von der Stimmung tragen lassen. So bin ich bei meinem aktuellen Projekt auf eine neue Idee gestoßen, die ich leider noch nicht ausbreiten darf, denn der Roman ist noch gut zehn Monate entfernt.
Bald werde ich auch endlich ein wenig mehr zu Lichtweber(AT) schreiben können, das wunderschöne Cover posten dürfen und den endgültigen Titel verraten. Aber ich habe einen kleinen Hinweis. In diesem Blogeintrag sind alle Buchstaben versteckt, aus denen der Titel besteht – boah! *g* Wer ihn errät, der bekommt das Buch von mir geschenkt, aber nur die erste richtige Einsendung. Postet eure Ideen in den Kommentaren. Ich verrate nur soviel: Der Roman wird NICHT Lichtweber heißen, das wäre zu einfach.
Nein, so ganz ohne neue Infos, kann ich nicht enden. Also, der Roman, an dem ich gerade arbeite, wird dem Genre der Urban Fantasy zuzuordnen sein. So, nun ist es raus. Herbst 2010 könnt ihr ihn lesen. Und obwohl Urban Fantasy auch Fantasy ist, schreibt es sich völlig anders.
So, das ist nun lang genug geworden, mehr in einer nicht all zu fernen Zukunft.